2008-04-11

Deutschen Blogosphäre hinkt im internationalen Entwicklung hinterher

Dieses Ergebnis fasst ein Artikel der Netzeitung zusammen, der sich auf das Forschungsdoppelband „Neue Schriften zur Online-Forschung Bd.2&3“ beruft. Dieses Band befasst sich mit der Bedeutung des Web 2.0 für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Diese Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die deutschen Blogger unpolitisch und unreif sind.

Verglichen wird diese Aussage mit der amerikanischen Blogospähere. Nach einer Stichwortanalyse in den Blogs werden dort weitaus mehr Suchbegriffe wie „Irak“, „Terror“, „George Bush“ und co. benutzt als hier in Deutschland. Auch ein ziemlich einfältiger Vergleich. Fazit dieses Artikel ist, dass die deutsche Blogosphäre noch keinen Einfluss als Meinungsbildner hat und preist dabei den etablierten Journalismus an.

Ich weiß nicht wie es Euch geht. Aber ich entnehme den Blogs und Diskussionsforen dieser Welt mehr Hintergrundinformationen als den Standardmedien - und dass auch noch bevor ich es gedruckt in einem Fachmagazin nachlesen kann. Da kann ich mich nur den Worten von Thomas Knüwer anschließen „Medienkompetenz? Welche Medienkompetenz“.

Leider geht aus der Studie auch nicht hervor welche Arten von Blogs untersucht wurden. Bei einem hohen Anteil der Militär-Blogs (Milblogs) ist es klar, dass diese Keywords stärker genutzt werden. Außerdem vermisse ich den Hinweis, ob auch die Bevölkerungsdichte zum deutschen Vergleich bedacht wurde. Ebenso vermisse ich einen Hinweis zum Vergleich der inhaltlichen Qualität dieser Blogs.

Das einzige Blog-Qualitäts-Manko, dass aus dem Artikel der Netzeitung hervorgeht ist die Differenzierung der Blog.
"Die Gruppe der Freizeit-Blogger nutzt ihr Weblog als Online-Tagebuch. Semiprofessionelle Blogger investieren zwar einen signifikanten Teil ihrer Zeit in die Pflege des Weblogs, nutzen es jedoch nicht als Haupterwerbsquelle wie die professionellen Blogger. Der Anteil professioneller Blogger ist im Vergleich mit den USA noch sehr gering."

Super.. wenn ich es also richtig verstehe muss ich mir nur Google Adwords-Anzeigen in dem Blog packen um professionell zu bloggen. Wenn ich jetzt noch immer auf die deutschen Standard-Onlinemedien wie Spiegel und Co. verweise bin ich also auch gleich ein A-Blogger. Und das obwohl ich letzten Monat (nach knapp sechs Monate bloggen) gerade über 1600 Leser hatte.

Na mal schauen ob ich mir die Ausgaben zulegen werde. Neuer Erkenntnisse hat der Artikel der Netzeitung jedoch nicht zu Tage gebracht. Es ist ja nichts neues, dass uns die Amis etwas voraus haben.

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